Dienstag, 29. Juli 2025

Ein Internat für Iru Bolivien

Ein Internat für Iru, Bolivien – Hoffnung und Zukunft für die Kinder der Anden
Gemeinsam Bildung ermöglichen: Die Vision von Padre Hernán Tarqui für die Ärmsten in den Bergen Boliviens.

Ein Internat für Iru, Bolivien – Hoffnung und Zukunft für die Kinder der Anden Gemeinsam Bildung ermöglichen: Die Vision von Padre Hernán Tarqui für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

Einleitung: Warum ein Internat in Iru?
Im Herzen der bolivianischen Anden liegt das kleine Dorf Iru, eingebettet in eine atemberaubende, aber oft lebensfeindliche Gebirgslandschaft. Hier ist das Leben geprägt von harter Arbeit, kargen Ernten und wenigen Chancen auf sozialen Aufstieg. Die Kinder dieser Region wachsen in Armut auf, oftmals ohne Zugang zu qualitativer Bildung oder einem sicheren Zuhause. Viele Familien leben verstreut in weit abgelegenen Weilern, die nur schwer erreichbar sind. Für die Kinder bedeutet dies oft einen langen, gefährlichen Schulweg – oder gar keine Schulbildung.

Die Einrichtung eines Internats in Iru ist daher nicht nur ein Projekt, sondern eine dringend notwendige Maßnahme, um diesen Kindern eine echte Perspektive zu schenken. Ein Internat eröffnet nicht nur Zugang zur Bildung, sondern bietet auch Schutz, Verpflegung, Fürsorge und die Chance auf eine bessere Zukunft. Es ist ein Ort, an dem aus Hoffnung Realität werden kann.

Die aktuelle Situation: Armut, Isolation und fehlende Infrastruktur
Die Region um Iru ist geprägt von großen Herausforderungen. Viele Familien bewirtschaften kleine Felder in steilem Gelände, häufig genügt das Erntegut kaum für den eigenen Bedarf. Die Armut ist allgegenwärtig. Hinzu kommt die geographische Isolation: Die Dörfer liegen oft viele Kilometer voneinander entfernt und sind nur über schmale Pfade oder einfache Schotterstraßen zu erreichen. In der Regenzeit sind diese Wege häufig unpassierbar.

Kinder erleben jeden Tag, wie schwierig das Leben in den Bergen ist. Viele müssen bereits in jungen Jahren bei der Feldarbeit helfen, Vieh hüten oder sich um jüngere Geschwister kümmern. Bildung wird dabei zum Luxusgut, das sich nur wenige leisten können. Die bestehenden Schulen sind schlecht ausgestattet, Lehrpersonal ist knapp, und der tägliche Schulweg ist für viele Kinder eine unüberwindbare Hürde. Manche laufen stundenlang in großer Höhe und bei widrigen Wetterverhältnissen, andere bleiben einfach zu Hause, weil der Weg zu gefährlich oder zu weit ist.

Die Vision: Ein Internat als Zukunftssicherung
Vor diesem Hintergrund hat Padre Hernán Tarqui, ein engagierter Seelsorger und unermüdlicher Kämpfer für die Ärmsten in den Bergen Boliviens, die Vision entwickelt, ein Internat in Iru zu gründen. Dieses Internat soll weit mehr sein als ein Ort zum Schlafen und Lernen – es soll ein Zuhause sein, ein Schutzraum und ein Ausgangspunkt für eine bessere Zukunft.

Das Internat wird Platz für Jungen und Mädchen aus der gesamten Region bieten und ihnen einen sicheren, regelmäßigen Zugang zur Schule ermöglichen. Die Kinder werden mit allem versorgt, was für eine gesunde Entwicklung notwendig ist: ausgewogene Ernährung, medizinische Betreuung, pädagogische Förderung und liebevolle Begleitung. Darüber hinaus sollen sie hier Werte wie Solidarität, Verantwortung und gegenseitigen Respekt erfahren – Grundlagen für eine lebenswerte Gemeinschaft.

Konkrete Pläne – So soll das Internat aussehen
Das geplante Internat wird modern, aber bodenständig gebaut. Es soll sich harmonisch in die Landschaft einfügen und auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten sein. Geplant sind:
Geräumige Schlafsäle für Mädchen und Jungen mit hygienischen Sanitäreinrichtungen
Ein Speisesaal, in dem gemeinsam gegessen und Gemeinschaft erlebt wird
Klassenzimmer und Lernräume für Hausaufgabenbetreuung
Freizeit- und Sportmöglichkeiten, um Körper und Geist zu stärken
Ein kleines Gesundheitshaus für medizinische Versorgung
Gemüse- und Kräutergärten, um den Kindern nachhaltige Landwirtschaft nahezubringen
Die Kinder werden von einfühlsamem pädagogischem Personal, Betreuer*innen und Sozialarbeiter*innen begleitet. Besonderes Augenmerk gilt dem respektvollen Umgang mit der indigenen Kultur und Sprache sowie der Einbindung der Eltern in das Schulleben.

Warum Ihre Unterstützung so wichtig ist
Ohne die Unterstützung großzügiger Spender*innen ist ein solches Vorhaben nicht realisierbar. Der Bau und Betrieb eines Internats erfordern erhebliche finanzielle Mittel – für Gebäude, Ausstattung, Personal, Verpflegung und laufende Kosten. Ihr Beitrag bewirkt Großes: Jede Spende schenkt einem Kind Hoffnung und eröffnet die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.

Durch Ihre Hilfe können wir:
Den Bau des Internats bis 2026/2027 sicherstellen
Die Ausstattung und Möblierung der Räume finanzieren
Lehr- und Lernmaterial bereitstellen
Gesunde Mahlzeiten für die Kinder gewährleisten
Pädagogische und medizinische Betreuung ermöglichen
Fortbildungen für das Personal realisieren
Jeder Euro zählt und trägt direkt dazu bei, dass dieser Traum Wirklichkeit wird.

Langfristige Wirkung: Bildung als Schlüssel zur Entwicklung
Mit dem Internat in Iru setzen wir ein Zeichen gegen Armut, Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit. Bildung ist der Schlüssel, um die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen in der Region nachhaltig zu verändern. Gut ausgebildete Kinder werden zu selbstbewussten, aktiven Gestalter*innen ihrer Gemeinschaft. Sie lernen, Herausforderungen zu meistern, neue Wege zu gehen und Verantwortung zu übernehmen.
Zudem stärkt die Einrichtung eines Internats das gesamte gesellschaftliche Umfeld: Es entstehen Arbeitsplätze für Lehrpersonal und Betreuungskräfte, lokale Bauunternehmen und Handwerker*innen werden eingebunden, und die regionale Identität wird gefestigt.

Ein Aufruf an die Menschlichkeit – Ihre Spende macht den Unterschied
Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass der Traum vom Internat in Iru Wirklichkeit wird. Mit Ihrer Spende schenken Sie nicht nur einem Kind eine bessere Zukunft, sondern tragen aktiv dazu bei, die Welt gerechter und menschlicher zu gestalten. Jede Unterstützung – sei sie groß oder klein – ist ein wertvoller Beitrag im Dienst der Ärmsten.

Padre Hernán Tarqui und die Kinder von Iru danken Ihnen von Herzen für Ihr Engagement und Ihre Solidarität. Machen wir gemeinsam einen Unterschied – für Hoffnung, Bildung und eine lebenswerte Zukunft in den Bergen Boliviens. So wie auf dem Foto soll es nicht weitergehen!

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


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Montag, 28. Juli 2025

Die Hektik ist vorbei

Die ganze Hektik ist vorbei, und ich bin wieder in Macha. Die vertrauten Geräusche, der Duft der Erde, das leise Summen der Natur – endlich Zeit zum Durchatmen.

Die ganze Hektik ist vorbei, und ich bin wieder in Macha. Die vertrauten Geräusche, der Duft der Erde, das leise Summen der Natur – endlich Zeit zum Durchatmen.

Am 4. August beginnt Elmers nächstes Semester: Mit Elan und Leidenschaft startet er ins zweite Semester seines Medizinstudiums. Die Theorie wird tiefer, der Alltag intensiver – aber sein Ziel bleibt klar: eines Tages Menschen helfen zu können.

Am 4. August beginnt Elmers nächstes Semester: Mit Elan und Leidenschaft startet er ins zweite Semester seines Medizinstudiums. Die Theorie wird tiefer, der Alltag intensiver – aber sein Ziel bleibt klar: eines Tages Menschen helfen zu können. 

Während die Welt draußen weiter rast,  schreibt Elmer fleißig Notizen, vertieft sich in die Vorbereitung auf das zweite Semester und lässt seinen Traum Gestalt annehmen.

Während die Welt draußen weiter rast,  schreibt Elmer fleißig Notizen, vertieft sich in die Vorbereitung auf das zweite Semester und lässt seinen Traum Gestalt annehmen.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


Rückblick und Ausblick

Rückblick und Ausblick: Ein bolivianischer August

August. Ein Monat, der in Bolivien mit klirrend klaren Morgen, dumpfem Staub, dem Versprechen blauer Himmel und dem goldenen Licht des Nachmittags beginnt. Für mich ist der August 2024 mehr als eine Seite im Kalender. Es ist der Abschnitt, in dem sich das Jahr zu wenden beginnt, in dem Arbeit Früchte trägt, aber auch neue Herausforderungen ihre Schatten werfen. Und während ich zurückblicke, sehe ich immer auch vorwärts – auf den August 2025, auf das, was noch kommt.

Rechenschaft, Eindrücke und Hoffnungen
August. Ein Monat, der in Bolivien mit klirrend klaren Morgen, dumpfem Staub, dem Versprechen blauer Himmel und dem goldenen Licht des Nachmittags beginnt. Für mich ist der August 2024 mehr als eine Seite im Kalender. Es ist der Abschnitt, in dem sich das Jahr zu wenden beginnt, in dem Arbeit Früchte trägt, aber auch neue Herausforderungen ihre Schatten werfen. Und während ich zurückblicke, sehe ich immer auch vorwärts – auf den August 2025, auf das, was noch kommt.

Ein Rückblick auf August 2024
Im vergangenen August habe ich mich mit voller Hingabe meiner Arbeit gewidmet. Das bedeutete: Projekte zu koordinieren, lokale Gemeinschaften zu besuchen, und mich mit Menschen auszutauschen, deren Geschichten noch immer viel zu selten gehört werden. Ich habe an Initiativen gearbeitet, die Bildung stärken sollen, daran, neue Wege für nachhaltige Landwirtschaft zu erkunden und daran, Brücken zwischen Stadt und Land zu bauen, wo oft Welten aufeinandertreffen.

Doch Arbeit in Bolivien ist nicht nur Fortschritt und Effizienz, sondern eng verwoben mit Tradition, Rhythmus und den Farben dieses Landes. Ich habe gelernt, dass Zeit hier anders fließt: langsamer, voller Geduld, doch immer mit Ziel und Herz. Es gibt Tage, an denen sich Erfolge nicht in Zahlen messen lassen, sondern in einem Lächeln, einem gelungenen Gespräch, einem kleinen Schritt in Richtung Hoffnung.

Doch Arbeit in Bolivien ist nicht nur Fortschritt und Effizienz, sondern eng verwoben mit Tradition, Rhythmus und den Farben dieses Landes. Ich habe gelernt, dass Zeit hier anders fließt: langsamer, voller Geduld, doch immer mit Ziel und Herz. Es gibt Tage, an denen sich Erfolge nicht in Zahlen messen lassen, sondern in einem Lächeln, einem gelungenen Gespräch, einem kleinen Schritt in Richtung Hoffnung.

Ein Ausblick auf August 2025
Was bringt der nächste August? Prognosen sind in Bolivien, wo die Anden das Wetter bestimmen und die Politik gern Kapriolen schlägt, immer ein Wagnis. Aber ich bin voller Hoffnung: Die Projekte, die jetzt keimen, werden Wurzeln schlagen. Die Menschen, die jetzt voneinander lernen, werden gemeinsam wachsen. Mein Ziel ist es, die gemachten Erfahrungen weiterzugeben und noch mehr Menschen Mut zu machen, ihre Zukunft selbst zu gestalten.

Ich wünsche mir, den Dialog zwischen den Kulturen weiter zu stärken, das Verständnis füreinander zu vertiefen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die langfristig Bestand haben. Der August 2025 wird neue Aufgaben bringen, aber auch neue Geschichten. Geschichten, die ich wieder mit euch teilen will.

Wenn ihr an Bolivien denkt, denkt ihr vielleicht an das berühmte Salzmeer von Uyuni, an die bunten Märkte von La Paz oder die überwältigende Natur. Aber Bolivien ist viel mehr als die Bilder aus Reiseführern. Es ist das Lachen der Kinder im Morgenlicht eines kleinen Dorfes. Es ist die Geduld der Bäuer*innen, die vor Sonnenaufgang aufstehen, um ihre Erde zu bestellen. Es ist die Kraft der Gemeinschaft, die trotz aller Unterschiede Verbundenheit schafft.

Ein anderes Bolivien: Für meine Freunde in aller Welt
Wenn ihr an Bolivien denkt, denkt ihr vielleicht an das berühmte Salzmeer von Uyuni, an die bunten Märkte von La Paz oder die überwältigende Natur. Aber Bolivien ist viel mehr als die Bilder aus Reiseführern. Es ist das Lachen der Kinder im Morgenlicht eines kleinen Dorfes. Es ist die Geduld der Bäuer*innen, die vor Sonnenaufgang aufstehen, um ihre Erde zu bestellen. Es ist die Kraft der Gemeinschaft, die trotz aller Unterschiede Verbundenheit schafft.

Hier wechseln sich Zeiten der Hoffnung mit Momenten der Unsicherheit ab. Doch in all dem liegt eine Schönheit, die aus der Widerstandsfähigkeit der Menschen geboren ist. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen – aber auch neue Chancen, Neues zu entdecken, zu lernen und zu wachsen.

Ich möchte euch, meinen Freund*innen nah und fern, zeigen, was Bolivien für mich bedeutet und euch teilhaben lassen an meinen Erfolgen, Zweifeln und Träumen. Vielleicht kann ich so ein kleines Fenster öffnen zu einer Welt, die euch fremd ist – und euch einladen, sie ein Stück weit mit mir zu erleben.

Mein Versprechen
Ich möchte euch, meinen Freund*innen nah und fern, zeigen, was Bolivien für mich bedeutet und euch teilhaben lassen an meinen Erfolgen, Zweifeln und Träumen. Vielleicht kann ich so ein kleines Fenster öffnen zu einer Welt, die euch fremd ist – und euch einladen, sie ein Stück weit mit mir zu erleben.

August ist nicht nur ein Monat. Es ist ein Neubeginn, ein Zwischenraum zwischen Erinnerung und Erwartung. Und ich freue mich, diesen Weg mit euch zu teilen – gestern, heute und im August, der noch kommt.

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Donnerstag, 24. Juli 2025

Die Rolle der Studienbegleiter

Die Rolle der Studienbegleiter während der Semesterferien in Bolivien. Unterstützung zwischen akademischem Anspruch und persönlichen Herausforderungen

Einleitung
Die Semesterferien in Bolivien sind für viele Studierende eine willkommene Atempause vom fordernden akademischen Alltag. Besonders im Medizinstudium stellt sich die Zeit jedoch oft als doppelt herausfordernd dar: Einerseits gilt es, sich zu erholen, andererseits bestehen weiterhin Verantwortungen – sei es durch Praktika, ehrenamtliche Tätigkeiten oder familiäre Verpflichtungen. In diesem Kontext werden Studienbegleiter*innen zu wichtigen Stützen, die sowohl emotionale als auch fachliche Unterstützung bieten.

Die Semesterferien in Bolivien sind für viele Studierende eine willkommene Atempause vom fordernden akademischen Alltag. Besonders im Medizinstudium stellt sich die Zeit jedoch oft als doppelt herausfordernd dar: Einerseits gilt es, sich zu erholen, andererseits bestehen weiterhin Verantwortungen – sei es durch Praktika, ehrenamtliche Tätigkeiten oder familiäre Verpflichtungen. In diesem Kontext werden Studienbegleiter*innen zu wichtigen Stützen, die sowohl emotionale als auch fachliche Unterstützung bieten.

Emotionale Unterstützung im Medizinstudium
Ein Medizinstudium ist nicht nur von intellektuellen Anforderungen, sondern auch von erheblichem emotionalem Druck geprägt. Zeitweise können Stress, Überforderung und Zukunftsängste die mentale Gesundheit der Studierenden belasten. Hier setzen Studienbegleiter*innen an: Sie bieten ein offenes Ohr, stehen beratend zur Seite und helfen dabei, Perspektiven zu finden, wenn der Druck überhandzunehmen droht. Als Vertrauenspersonen stärken sie das Gefühl der Zugehörigkeit und vermitteln Mut, Hindernisse gemeinsam zu überwinden.

Nicht selten nehmen sie dabei eine vermittelnde Rolle zwischen persönlichem Wohlbefinden und akademischen Erwartungen ein. Sie erkennen frühzeitig Anzeichen von Überlastung und können so dazu beitragen, dass Studierende präventiv Unterstützung suchen, anstatt erst zu reagieren, wenn bereits größere Probleme entstanden sind.

Fachliche Unterstützung: Unverzichtbar für den Erfolg
Neben der emotionalen Begleitung ist die fachliche Unterstützung ein zentraler Aspekt der Rolle von Studienbegleiter*innen. Gerade in einem Fach wie Medizin, wo kontinuierliches Lernen, Praxisnähe und das Verständnis komplexer Zusammenhänge entscheidend sind, profitieren Studierende von erfahrenen Begleiter*innen. Sie helfen, Inhalte aufzuarbeiten, Lernpläne zu strukturieren und praktische Erfahrungen zu reflektieren, sodass auch während der Semesterferien der Kontakt zum Stoff nicht verloren geht.

Praktisches Beispiel: Unterstützung für Elmer in Bombori
Am Beispiel von Elmer lässt sich die Vielschichtigkeit der Studienbegleitung besonders gut verdeutlichen. Während der Pilgerwochen im Juli engagiert sich Elmer als Ministrant und Organisator in Bombori – eine Aufgabe, die sowohl organisatorisches Geschick als auch soziale Kompetenz verlangt. In dieser Zeit übernehme ich für ihn die Rolle des Studienbegleiters, indem ich ihn in emotionalen Fragen unterstütze und als Ansprechpartner zur Verfügung stehe.

Es ist dabei unerlässlich, dass Elmer auch fachgebunden begleitet wird – etwa durch Mentor*innen aus dem medizinischen Bereich, die ihm helfen, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen und den Anschluss an das Studium nicht zu verlieren. Die Kombination aus emotionaler und fachlicher Unterstützung bildet so die Grundlage für nachhaltigen Lernerfolg und persönliches Wachstum.

Fazit: Gemeinsam durch die Herausforderungen
Die Aufgabe der Studienbegleiter*innen während der Semesterferien in Bolivien ist vielschichtig und essenziell. Sie sind emotionale Stützen, fachliche Mentor*innen und verlässliche Vertrauenspersonen. Am Beispiel von Elmer zeigt sich, wie wichtig es ist, Studierende in ihren individuellen Lebenslagen zu begleiten und ihnen den nötigen Rückhalt zu geben, um Herausforderungen – akademischer wie persönlicher Natur – erfolgreich zu meistern.
Wer Elmer in seiner aktuellen Situation unterstützen möchte, kann sich jederzeit bei mir melden. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass er seine Aufgaben bewältigt und zugleich auf seinem Weg im Medizinstudium gestärkt wird.

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Mittwoch, 23. Juli 2025

Reflexionen 2024

Besuche bei den Familien: Eine Erfahrung des Zuhörens und des Verstehens. Ein Jahr der Begegnungen und Reflexionen.

Besuche bei den Familien: Eine Erfahrung des Zuhörens und des Verstehens Ein Jahr der Begegnungen und Reflexionen

Im Jahr 2024 habe ich mich auf eine besondere Mission begeben: den Besuch von mehr als 100 Familien in ihren Häusern. Diese Besuche haben mir die Möglichkeit gegeben, eine tiefe Verbindung zu den Menschen herzustellen und ihre Geschichten und Erfahrungen zu teilen. Es war eine bewegende Erfahrung, die mich bereichert und meine Perspektive auf die Bedeutung der Familie vertieft hat.

Die Vielfalt der Familien
Während meiner Besuche habe ich eine Vielzahl von Familiensituationen erlebt. Einige Familien hatten mit den Herausforderungen der Trennung und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. In vielen Haushalten waren nur die Frauen mit ihren Kindern anwesend, während die Ehemänner in die Städte oder ins Ausland gegangen waren, um Arbeit zu finden. Besonders häufig sind sie nach Chile und Brasilien ausgewandert. Dies zeigt, wie viele Menschen aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit in Bolivien gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen und in fremden Ländern nach besseren Lebensbedingungen zu suchen.

Während meiner Besuche habe ich eine Vielzahl von Familiensituationen erlebt. Einige Familien hatten mit den Herausforderungen der Trennung und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. In vielen Haushalten waren nur die Frauen mit ihren Kindern anwesend, während die Ehemänner in die Städte oder ins Ausland gegangen waren, um Arbeit zu finden. Besonders häufig sind sie nach Chile und Brasilien ausgewandert. Dies zeigt, wie viele Menschen aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit in Bolivien gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen und in fremden Ländern nach besseren Lebensbedingungen zu suchen.

Die Herausforderung der Abwesenheit
Die Abwesenheit der Väter stellt eine erhebliche Belastung für die Familien dar. Mütter müssen oft alleine die Verantwortung für die Kindererziehung und den Haushalt übernehmen, während sie gleichzeitig finanzielle Sorgen und die emotionale Last der Trennung bewältigen. Diese Situation führt oft zu Spannungen und Konflikten, die die Stabilität der Familie bedrohen.

Die Krise der jungen Paare
Ein besonders schwieriges Thema, auf das ich während meiner Besuche gestoßen bin, war die Krise junger Paare. Einige standen kurz vor der Scheidung und wussten nicht, wie sie ihre Probleme lösen sollten. In diesen Fällen war es für mich nicht immer einfach, die Botschaft des Friedens und des Verständnisses zu vermitteln. Trotzdem war ich dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, zuzuhören und zu versuchen, eine Brücke des Dialogs und der Versöhnung zu bauen.

Die Besuche bei den Familien hatten ein klares Ziel: den Aufbau einer Welt des Friedens, des Verständnisses und der Brüderlichkeit. In einer Zeit, in der die Welt von Hass, Rache und Kriegen geprägt ist, die zu Armut und Tod führen, ist es wichtiger denn je, die Bedeutung der Familie zu betonen. Die Familie ist das Fundament der Gesellschaft und das wichtigste Bindeglied, das uns als Menschen verbindet.

Das Ziel der Besuche
Die Besuche bei den Familien hatten ein klares Ziel: den Aufbau einer Welt des Friedens, des Verständnisses und der Brüderlichkeit. In einer Zeit, in der die Welt von Hass, Rache und Kriegen geprägt ist, die zu Armut und Tod führen, ist es wichtiger denn je, die Bedeutung der Familie zu betonen. Die Familie ist das Fundament der Gesellschaft und das wichtigste Bindeglied, das uns als Menschen verbindet.

Hoffnung und Vergebung
Während meiner Besuche habe ich die Botschaft der Hoffnung und Vergebung verbreitet. Ich habe versucht, die Familien daran zu erinnern, dass Frieden und Verständnis zu Hause beginnen müssen. Indem wir einander zuhören, ohne Bedingungen zu stellen, und uns von besonderen und obskuren Interessen befreien, können wir Momente des Dialogs schaffen. Dies ist der erste Schritt, um eine Welt des Friedens aufzubauen und als Menschen im Geiste des gegenseitigen Respekts zu leben.

Ein zentraler Aspekt meiner Besuche war das Zuhören. In einer Zeit, in der viele Menschen das Gefühl haben, dass ihre Stimmen nicht gehört werden, war es für mich wichtig, den Familien zuzuhören und ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen. Das Zuhören schafft Vertrauen und öffnet die Türen für ehrliche und offene Gespräche. Es hilft den Menschen, sich verstanden und unterstützt zu fühlen, und stärkt das Gefühl der Gemeinschaft.

Die Bedeutung des Zuhörens
Ein zentraler Aspekt meiner Besuche war das Zuhören. In einer Zeit, in der viele Menschen das Gefühl haben, dass ihre Stimmen nicht gehört werden, war es für mich wichtig, den Familien zuzuhören und ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen. Das Zuhören schafft Vertrauen und öffnet die Türen für ehrliche und offene Gespräche. Es hilft den Menschen, sich verstanden und unterstützt zu fühlen, und stärkt das Gefühl der Gemeinschaft.

Ein Blick in die Zukunft
Meine Besuche bei den Familien haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen und füreinander da sind. In einer Welt, die oft von Individualismus und Konkurrenzdenken geprägt ist, ist es entscheidend, dass wir die Bedeutung der Familie und der Gemeinschaft wiederentdecken. Die Familie ist der Ort, an dem Werte wie Liebe, Respekt und Verantwortung gelehrt und gelebt werden.

Ich möchte alle ermutigen, sich aktiv für den Frieden und das Verständnis in ihren Familien einzusetzen. Beginnen wir zu Hause, indem wir einander zuhören, Verständnis zeigen und Konflikte auf friedliche Weise lösen. Jeder von uns hat die Macht, einen Unterschied zu machen und die Welt ein Stück besser zu gestalten.

Ein Aufruf zum Handeln
Ich möchte alle ermutigen, sich aktiv für den Frieden und das Verständnis in ihren Familien einzusetzen. Beginnen wir zu Hause, indem wir einander zuhören, Verständnis zeigen und Konflikte auf friedliche Weise lösen. Jeder von uns hat die Macht, einen Unterschied zu machen und die Welt ein Stück besser zu gestalten.

Ein Dank an die Familien
Abschließend möchte ich allen Familien danken, die mich in diesem Jahr 2024 in ihren Häusern empfangen haben. Eure Geschichten und Erfahrungen haben mich tief berührt und inspiriert. Gemeinsam können wir eine Welt des Friedens und der Brüderlichkeit aufbauen, in der jede Familie in Würde und Sicherheit leben kann.

Mögen die kommenden Jahre uns weiterhin die Möglichkeit geben, voneinander zu lernen und gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Denn am Ende des Tages ist die Familie das Wichtigste für die Menschheit und der Grundstein für eine friedliche und gerechte Welt.

Mögen die kommenden Jahre uns weiterhin die Möglichkeit geben, voneinander zu lernen und gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Denn am Ende des Tages ist die Familie das Wichtigste für die Menschheit und der Grundstein für eine friedliche und gerechte Welt.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


Montag, 21. Juli 2025

Apostel Santiago (Jakobus der Ältere)

Apostel Santiago (Jakobus der Ältere) – Leben, Bedeutung und Verehrung. 
Der Weg eines Apostels vom galiläischen Fischer zum Schutzpatron Spaniens/ Boliviens.

Apostel Santiago (Jakobus der Ältere) – Leben, Bedeutung und Verehrung.  Der Weg eines Apostels vom galiläischen Fischer zum Schutzpatron Spaniens.

Einleitung
Jakobus der Ältere, in Spanien als Apostel Santiago bekannt, ist eine der prägendsten Figuren des frühen Christentums. Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes aus Bethsaida am See Genezareth, wurde Jakobus von Jesus Christus zum Jünger und später zum Apostel berufen. Sein Beiname „der Ältere“ dient der Unterscheidung des gleichnamigen Apostels Jakobus, dem Sohn des Alphäus, auch Jakobus der Jüngere genannt. Jakobus der Ältere wird besonders in Spanien hoch verehrt, wo er unter dem Namen Santiago als Nationalheiliger und Schutzpatron gilt.

Leben und Wirken, Geburt und Herkunft
Jakobus war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome.
Er wurde vermutlich in Bethsaida oder Kapernaum geboren, im Norden des heutigen Israel.
Er war ein Bruder des Apostels Johannes, des Evangelisten.

Berufung zum Jünger
Jakobus und Johannes arbeiteten als Fischer mit ihrem Vater am See Genezareth, als Jesus sie berief.
Sie gehörten zu den ersten vier Jüngern neben Simon Petrus und Andreas.
Jesus gab ihnen den Beinamen „Boanerges“ – „Donnersöhne“, was auf ihren leidenschaftlichen und impulsiven Charakter schließen lässt.

Jakobus im engsten Jünger Kreis
Jakobus gehörte, neben Petrus und Johannes, zum engsten Kreis um Jesus.
Er war Zeuge bedeutender Ereignisse: der Auferweckung der Tochter des Jairus, der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor und der Todesangst Jesu im Garten Getsemani.
Seine Nähe zu Jesus unterstreicht seine Bedeutung in der Urgemeinde.

Jakobus’ Mission und Märtyrertod, Missionstätigkeit
Nach Jesu Tod und Auferstehung wirkte Jakobus zunächst in Jerusalem.
Frühe christliche Legenden berichten, dass er das Evangelium bis an die Enden der Erde, insbesondere nach Spanien, getragen haben soll.
Historisch ist die Spanienreise nicht eindeutig belegt, doch die Legende prägte das europäische Mittelalter und führte zur großen Verehrung in Spanien.

Märtyrertod
Jakobus war der erste der zwölf Apostel, der das Martyrium erlitt.
Er wurde um das Jahr 44 n. Chr. auf Befehl von König Herodes Agrippa I. in Jerusalem mit dem Schwert hingerichtet (Apostelgeschichte 12,2).
Sein Märtyrertod war ein Wendepunkt für die frühe christliche Gemeinde.

Legenden um die Überführung nach Spanien. Die Translation der Gebeine
Nach mittelalterlicher Überlieferung brachten seine Jünger den Leichnam nach Spanien, genauer nach Galicien.
Die Gebeine des Apostels sollen in Santiago de Compostela bestattet sein.
Der Name „Santiago“ leitet sich von „Sanctus Iacobus“ (Heiliger Jakobus) ab.

Die Entdeckung des Grabes
Im 9. Jahrhundert sei das Grab durch eine Vision des Einsiedlers Pelayo und Bischof Theodomir entdeckt worden.
An der Fundstelle wurde später die Kathedrale von Santiago de Compostela errichtet.

Santiago de Compostela und der Jakobsweg, Bedeutung als Pilgerziel 
Santiago de Compostela wurde zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte der Christenheit – neben Rom und Jerusalem.
Der Jakobsweg (Camino de Santiago) ist Europas berühmteste Pilgerroute, mit einem Netz von Wegen aus ganz Europa, die im galicischen Santiago de Compostela zusammenlaufen.

Erbe und Symbolik
Die Muschel („Jakobsmuschel“) als Pilgerzeichen steht für den Apostel und ist weltweit bekannt.
Jährlich pilgern Hunderttausende zu seinem Grab; der 25. Juli, sein Gedenktag, ist in Spanien ein Feiertag.

Darstellung in Kunst und Kultur, Ikonographie
Jakobus wird meist als Pilger mit Stab, Hut, Mantel und Muschel dargestellt.
Oft trägt er ein Buch (Evangelium) oder das Schwert seines Martyriums.
In der spanischen Kunst erscheint er auch als „Matamoros“ (Maurentöter) auf einem weißen Pferd – ein mittelalterlicher Mythos, der bis heute nachwirkt.

Bedeutung für Spanien
Santiago ist der Schutzpatron Spaniens und besonders Galiciens.
Die Verehrung reicht bis ins Mittelalter zurück, als der Apostel als himmlischer Fürstreiter gegen die Mauren verehrt wurde.
Bis heute ist das Fest zu Santiagos Ehren ein Höhepunkt des spanischen Festkalenders.

Jakobus der Ältere als Namensgeber
Der Name „Santiago“ ist in vielen spanischsprachigen Ländern verbreitet und steht stets in Verbindung mit dem Apostel.
Zahlreiche Städte, Kirchen und Institutionen sind ihm gewidmet.

Fazit
Jakobus der Ältere, Apostel Santiago, verkörpert Mut, Glauben und das unermüdliche Streben nach der Verbreitung der christlichen Botschaft. Als einer der ersten Märtyrer, Schutzpatron Spaniens und Symbolfigur für Pilgernde in ganz Europa, lebt seine Geschichte in Legende, Kunst und Frömmigkeit bis heute fort. Der Jakobsweg und die Verehrung in Santiago de Compostela sind Ausdruck einer spirituellen Reise, die seit Jahrhunderten die Menschen inspiriert und verbindet. 
[Zusammenfassung mit Microsoft CO Pilot]

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


Sonntag, 20. Juli 2025

Fest von Santiago Apóstol am 25. Juli

Religiöser Synkretismus, Geschichte und lebendige Traditionen in Bolivien
Folge 3 von Der Herr von Bombori: Legende einer Andennacht

Religiöser Synkretismus, Geschichte und lebendige Traditionen in Bolivien

Einführung
Der 25. Juli markiert in der katholischen Welt einen besonderen Tag: Das Fest von Santiago Apóstol, auch bekannt als Sankt Jakobus der Ältere. Besonders in Bolivien wird dieses Fest mit einer Mischung aus katholischen und indigenen Bräuchen gefeiert – ein lebendiges Beispiel religiösen Synkretismus, das weit über die Grenzen der Kirchenmauern hinausreicht. Im Mittelpunkt stehen festliche Zeremonien, folkloristische Darbietungen, Prozessionen, religiöse Opfer und ausgelassene Feiern, die ganze Städte und Dörfer in ihren Bann ziehen.

Historische Hintergründe
Santiago Apóstol, auch als Tata Santiago bekannt, ist einer der zwölf Apostel Jesu und gilt als Schutzpatron von Spanien sowie mehrerer Städte in Bolivien – darunter Sucre, Tarija und Cochabamba. Während der Kolonialzeit war er sogar der erste Schutzpatron der Kaiservilla, einer damals mit etwa 165.000 Einwohnern der weltweit größten Städte. Die Verehrung des Heiligen wurde von den spanischen Eroberern nach Südamerika gebracht und verschmolz im Laufe der Jahrhunderte mit der spirituellen Welt der indigenen Völker.

Santiago Apóstol, auch als Tata Santiago bekannt, ist einer der zwölf Apostel Jesu und gilt als Schutzpatron von Spanien sowie mehrerer Städte in Bolivien – darunter Sucre, Tarija und Cochabamba. Während der Kolonialzeit war er sogar der erste Schutzpatron der Kaiservilla, einer damals mit etwa 165.000 Einwohnern der weltweit größten Städte. Die Verehrung des Heiligen wurde von den spanischen Eroberern nach Südamerika gebracht und verschmolz im Laufe der Jahrhunderte mit der spirituellen Welt der indigenen Völker.

Synkretismus als Ausdruck von Glauben und Identität
Das Fest ist ein Paradebeispiel für religiösen Synkretismus: Katholische Heiligenverehrung trifft auf indigene Rituale und Weltbilder. Während in Europa zu Ehren des Apostels Messen gelesen und Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela unternommen werden, spiegelt sich in Bolivien eine einzigartige Mischung aus christlicher und vorchristlicher Symbolik wider. Dazu gehören Opfergaben, Tänze, Musik, Prozessionen und symbolische Handlungen, die tief in der lokalen Kultur verwurzelt sind.

Rituale und Feierlichkeiten
Die Feierlichkeiten beginnen oft bereits am Vorabend des 25. Juli mit feierlichen Soiréen, Musik und ersten religiösen Zeremonien. Am Festtag selbst stehen Messen zu Ehren von Santiago Apóstol im Mittelpunkt. Die Kirchen werden festlich geschmückt, und die Teilnehmer*innen, viele in traditionellen Trachten, nehmen an Prozessionen teil, bei denen Statuen oder Bilder des Heiligen durch die Straßen getragen werden.
• Prozessionen und Messen: In zahlreichen Pfarreien werden zu Ehren des Heiligen feierliche Gottesdienste abgehalten. Besonders eindrucksvoll sind die Prozessionen, bei denen die Statue von Santiago Apóstol, oft zu Pferd dargestellt, durch die Straßen getragen wird.
• Jahrmärkte und folkloristische Aufführungen: Begleitet werden die religiösen Feiern von Jahrmärkten, Tänzen und Musik. Folkloregruppen zeigen traditionelle Tänze, es gibt Wettbewerbe, Umzüge und festliche Darbietungen, die das kulturelle Erbe der Region widerspiegeln.
• Parade von Frachten und Ch’allas: Die Parade von Frachten (Umzüge mit kunstvoll geschmückten Wagen) und das Ritual der Ch’alla (Segnung mit Alkohol und Blüten) gehören zu den zentralen Elementen. Der Konsum von alkoholischen Getränken wird nicht nur als Teil der Feier, sondern auch als Opfergabe verstanden.
• Opfergaben und Tieropfer: Einige gläubige Menschen bringen dem Heiligen zu Ehren sogar Lämmer als Opfer dar – ein Relikt präkolumbianischer Traditionen. Diese Handlung steht symbolisch für Dankbarkeit und die Bitte um Schutz und Segen.

In Bolivien trägt Santiago Apóstol viele Namen. In Pumpuri, einer Gemeinde im Norden des Departements Potosí, ist er als Tata Bombori bekannt. Hier findet das wohl größte Fest zu seinen Ehren statt und zieht nicht nur Einheimische, sondern auch Pilger*innen aus anderen Teilen des Landes und dem Ausland an. Auch in Chaquí, der Hauptstadt der Provinz Cornelio Saavedra, wird Tata Santiago verehrt. Laut lokalen Überlieferungen soll er während der Kolonialzeit auf einem weißen Pferd erschienen sein, mit erhobenem Schwert, und sich in einen dramatischen Kampf mit dem Teufel verwickelt haben – eine Legende, die bis heute in Ritualen und Darstellungen weiterlebt.

Die Rolle von Santiago Apóstol in bolivianischen Städten
In Bolivien trägt Santiago Apóstol viele Namen. In Pumpuri, einer Gemeinde im Norden des Departements Potosí, ist er als Tata Bombori bekannt. Hier findet das wohl größte Fest zu seinen Ehren statt und zieht nicht nur Einheimische, sondern auch Pilger*innen aus anderen Teilen des Landes und dem Ausland an. Auch in Chaquí, der Hauptstadt der Provinz Cornelio Saavedra, wird Tata Santiago verehrt. Laut lokalen Überlieferungen soll er während der Kolonialzeit auf einem weißen Pferd erschienen sein, mit erhobenem Schwert, und sich in einen dramatischen Kampf mit dem Teufel verwickelt haben – eine Legende, die bis heute in Ritualen und Darstellungen weiterlebt.

Das Bild des Heiligen Die Ikonographie von Santiago Apóstol ist reich und vielschichtig. In Pumpuri steht das Bild von Tata Bombori mit der Bibel in der rechten Hand und dem Schwert in der linken. Auf seiner Brust prangt das Herz Jesu und der Mond der Jungfrau Maria, beide aus Silber gearbeitet – eine symbolische Verschmelzung christlicher und indigener Bedeutungen. In Chaquí wiederum wird der Heilige klassisch zu Pferd dargestellt, auf die „Ungläubigen“ tretend, das Schwert zum Himmel erhoben.

Das Bild des Heiligen
Die Ikonographie von Santiago Apóstol ist reich und vielschichtig. In Pumpuri steht das Bild von Tata Bombori mit der Bibel in der rechten Hand und dem Schwert in der linken. Auf seiner Brust prangt das Herz Jesu und der Mond der Jungfrau Maria, beide aus Silber gearbeitet – eine symbolische Verschmelzung christlicher und indigener Bedeutungen. In Chaquí wiederum wird der Heilige klassisch zu Pferd dargestellt, auf die „Ungläubigen“ tretend, das Schwert zum Himmel erhoben.

Furcht, Respekt und Wunder
Die Beziehung der Gläubigen zu Santiago Apóstol ist von einer tiefen Ambivalenz geprägt: Er ist nicht nur ein wundertätiger Heiliger, dem man Opfer und Gebete darbringt, sondern auch eine gefürchtete Figur, die – so der Volksglaube – diejenigen bestraft, die seinen Zorn provozieren. Deshalb bemühen sich die Gemeinden besonders eifrig, ihm Respekt zu erweisen und die Traditionen aufrechtzuerhalten.

Feierlichkeiten in verschiedenen Regionen
Das Fest zu Ehren von Santiago Apóstol ist in Bolivien in vielen Regionen lebendig. In Sucre, der einstigen Hauptstadt, finden beeindruckende Festlichkeiten statt. Im japanischen Viertel etwa steht eine lebensgroße Statue des Heiligen, die während der Feierlichkeiten im Mittelpunkt steht. Auch in anderen Gemeinden – etwa in Chuquisaca oder in der Pfarrei Santiago Apóstol selbst – werden Messen, Prozessionen, Tänze und gesellige Zusammenkünfte zu Ehren des Heiligen abgehalten.

Eine der beliebtesten Feierlichkeiten in Icla
Besonders hervorzuheben ist die Gemeinde Icla in Chuquisaca, wo eines der beliebtesten Feste des gesamten Departements stattfindet. Hier verbinden sich katholische Frömmigkeit, indigene Spiritualität und lebendige Gemeinschaft zu einem einzigartigen Fest, das Besucher*innen aus dem ganzen Land anzieht.

Bedeutung und zeitgenössische Relevanz
Das Fest von Santiago Apóstol am 25. Juli ist weit mehr als ein religiöses Ereignis. Es ist ein soziales, kulturelles und identitätsstiftendes Fest, das Generationen verbindet, Traditionen bewahrt und ein Gefühl der Zugehörigkeit stiftet. In einer Zeit, in der Globalisierung und Urbanisierung viele alte Bräuche in den Hintergrund drängen, bleibt das Fest von Santiago Apóstol ein lebendiges Symbol für die Verwurzelung in der eigenen Geschichte und die Kraft kollektiver Rituale.

Fazit
Ob in Sucre, Tarija, Cochabamba, Pumpuri, Chaquí oder Icla – überall in Bolivien lebt die Verehrung des Heiligen am 25. Juli fort. Das Fest von Santiago Apóstol ist Ausdruck eines komplexen Geflechts aus Religion, Geschichte, Mythos und Gemeinschaft. Es vereint katholische und indigene Elemente, feiert den Glauben und das Leben und erinnert daran, dass Identität und Zusammenhalt im gemeinsamen Erleben und Erinnern ihren Ursprung haben.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


Samstag, 19. Juli 2025

Das Haus des Tata Bombori

Das Haus des Tata Bombori: Glaube, Wunder und gelebte Tradition
Folge 2 von Der Herr von Bombori: Legende einer Andennacht.

Das Haus des Tata Bombori: Glaube, Wunder und gelebte Tradition

Ein Ort der Hoffnung und Verehrung in Potosí
Mitten in einer kargen Siedlung, wo das Leben einfach, aber von tiefer Spiritualität geprägt ist, ragt die Geschichte des Tata Bombori hervor. Einst lebte die Gottheit in einer bescheidenen Adobe-Hütte, die – dem übermäßigen Gebrauch von Kerzen geschuldet – den Flammen zum Opfer fiel. Doch der Glaube der Menschen war stärker als das Feuer: Schon bald wurde neben den verkohlten Resten ein neues, moderneres Ziegelhaus errichtet. Dennoch bleibt Tata Bombori dem alten, von ihm gewählten „Zuhause“ treu – ein Zeichen für Beständigkeit und tiefe Verwurzelung im Glauben der Pilger*innen.

Diejenigen, die Tata Bomboris Haus besuchen, zeigen bemerkenswerte Hingabe. Es ist Brauch, auf den Knien einzutreten und lautstark nach Wundern zu rufen. Manche verbringen sogar die Nacht in dem kleinen, rußgeschwärzten Häuschen, dessen Wärme und Licht von zahllosen Kerzen eine fast magische Geborgenheit verströmen. Die Gläubigen schwören darauf, dass Tata Bombori ihre Bitten erhört: Sie flehen um Gesundheit, Genesung von Krankheiten, Glück und sogar materielle Güter. Sogar ihre Autos werden dem Brauch des ch’allaren unterzogen – sie werden gesegnet, damit sie vor Unheil geschützt bleiben.

Diejenigen, die Tata Bomboris Haus besuchen, zeigen bemerkenswerte Hingabe. Es ist Brauch, auf den Knien einzutreten und lautstark nach Wundern zu rufen. Manche verbringen sogar die Nacht in dem kleinen, rußgeschwärzten Häuschen, dessen Wärme und Licht von zahllosen Kerzen eine fast magische Geborgenheit verströmen. Die Gläubigen schwören darauf, dass Tata Bombori ihre Bitten erhört: Sie flehen um Gesundheit, Genesung von Krankheiten, Glück und sogar materielle Güter. Sogar ihre Autos werden dem Brauch des ch’allaren unterzogen – sie werden gesegnet, damit sie vor Unheil geschützt bleiben.

Das Erscheinungsbild Tata Bomboris im alten Adobe-Haus ist beeindruckend. Die Wände sind durch den jahrzehntelangen Kerzenrauch tiefschwarz – ein Detail, das dem Ort zusätzlichen Zauber und Geheimnis verleiht. In einer Art Urne, hoch oben im Haus, thront der Herr von Bombori, umgeben von anderen Heiligen. Nur wenige dürfen so nahe an ihn herantreten, dass sie den „Hauch“ seiner besonderen Energie spüren können. Es heißt, nur jene, die mit echtem Glauben kommen, nehmen diese Kraft wahr.

Das Erscheinungsbild Tata Bomboris im alten Adobe-Haus ist beeindruckend. Die Wände sind durch den jahrzehntelangen Kerzenrauch tiefschwarz – ein Detail, das dem Ort zusätzlichen Zauber und Geheimnis verleiht. In einer Art Urne, hoch oben im Haus, thront der Herr von Bombori, umgeben von anderen Heiligen. Nur wenige dürfen so nahe an ihn herantreten, dass sie den „Hauch“ seiner besonderen Energie spüren können. Es heißt, nur jene, die mit echtem Glauben kommen, nehmen diese Kraft wahr.

Dankbarkeit für die erhofften oder eingetretenen Wunder wird in Form von Geschenken ausgedrückt. Die Gläubigen bringen Opfergaben und danken für die Unterstützung in schweren Zeiten, für persönliche Erfolge und familiäres Wohlergehen. Die Verehrung Tata Bomboris ist so groß, dass er heute zu den meistbesuchten und geachtetsten Heiligen der Region zählt.

Celso Durán, ein Kameramann der Regierung von Potosí, schildert seine Eindrücke mit großer Ehrfurcht. Durch die Erlaubnis der lokalen Behörden durfte er Tata Bombori aus der Urne nehmen und aus nächster Nähe filmen – ein Privileg, das nicht vielen zuteilwird. „Da wurde mir klar, dass das, was sie mir sagten, eine große Wahrheit ist. Aufgrund der gewährten Gefälligkeiten ist es eine der Widmungen, die die meisten Anhänger hat“, erklärt Durán. Die Geschichte von Tata Bombori spannt einen Bogen von der Ankunft des Santiago Apóstol in der Kaiservilla bis in die Gegenwart und bleibt ein lebendiges Zeugnis für die Kraft des Glaubens und der Gemeinschaft.

Das Haus des Tata Bombori ist nicht nur ein Ort der Einkehr, sondern ein Symbol für Hoffnung – in Ruß und Licht, zwischen alten Wänden und neuen Ziegeln, getragen vom Vertrauen und den Wünschen der Menschen, die hier Tag für Tag auf ein Wunder hoffen.

Fortsetzung folgt!

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens