Dienstag, 29. September 2026

Meine Berufung zum Priesterleben

Bei meinen Förderern aus Kanada
Bei meinen Förderern aus Kanada

Berufung zum Priesterleben: 

Als ich im letzten Jahr der Sekundarschule war, wurde meine Berufung zum Priesterleben geboren. Meine Mutter widmete sich sehr der Jungfrau der Unbefleckten Empfängnis. 

Samstags betete sie in Quechua den Heiligen Rosenkranz

1983 kamen Missionare der Unbefleckten Empfängnis, eine kanadische Stiftung, in meine Stadt. Die Anwesenheit der Schwestern und die marianische Spiritualität meiner Mutter haben mein Berufsleben geprägt. Als ich im letzten Schuljahr war, entdeckte ich in meinem Inneren, dass Gott mich für etwas brauchte, dass ich ein Priester sein sollte. Eine der Schwestern, Huguet Crette, die mir geholfen hat, meine Berufung zu erkennen, hat mich bis zum Tag meiner Priesterweihe als geistliche Führerin begleitet.

1991 bis 1996 belegte ich einen Vorbereitungskurs

am San Cristóbal-Seminar in der Stadt Sucre und 1990 Philosophie und Theologie an der Bolivianischen Katholischen Universität am „San José“ -Seminar in Cochabamba absolviert.

22. Februar 1999 wurde ich in der Kathedrale von Potosí von Bischof Walter Pérez, Bischof der Diözese Potosí, zum Priester geweiht.
22. Februar 1999 wurde ich in der Kathedrale von Potosí von Bischof Walter Pérez, Bischof der Diözese Potosí, zum Priester geweiht.

Abschluss der Seminarausbildung

Nach Abschluss der Seminarausbildung 1997 schickte mich mein Bischof zu einer pastoralen Erfahrung und wurde von Pater Andrés in der Pfarrei "San Miguel de Aullagas" - Colquechaca begleitet. Meine pastorale Arbeit bestand darin, die christlichen Gemeinden in ihren Gemeinden zu begleiten und Katecheten auszubilden.

Ein Danke Besuch bei meinen Förderern Missionare der Unbefleckten Empfängnis, eine kanadische Stiftung
Ein Danke Besuch bei meinen Förderern Missionare der Unbefleckten Empfängnis, eine kanadische Stiftung

Diakonische Ordination

Am 9. Mai 1998 war meine diakonische Ordination in Colquechaca durch Bischof Bernardino Rivero, Weihbischof von Potosí. Mein ganzes Diakonat nahm ich in Colquechaca an, im Geiste des Dienstes, um alle ihre Gemeinschaften zu erreichen. Damals gab es keine Straßen, daher mussten die meisten Gemeinden zu Fuß erreicht werden, um pastoral und geistlich begleitet zu werden.

Februar 1999 feierte ich die erste Eucharistie in meiner Stadt Huancarani (Provinz Chayanta – Potosí – Bolivien)
Februar 1999 feierte ich die erste Eucharistie in meiner Stadt Huancarani (Provinz Chayanta – Potosí – Bolivien)

Zum Priester geweiht

Am 22. Februar 1999 wurde ich in der Kathedrale von Potosí von Bischof Walter Pérez, Bischof der Diözese Potosí, zum Priester geweiht und ich feierte am 25. Februar die erste Eucharistie in meiner Stadt. Ich komme aus einer armen, einfachen Familie und bin Priester für die Armen geworden.

Bischof Walter Pérez zusammen mit mir rechts und meinen Kollegen links auf dem Bild
Bischof Walter Pérez zusammen mit mir rechts und meinen Kollegen links auf dem Bild

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens 

und ich feierte am 25. Februar die erste Eucharistie in meiner Stadt. Ich komme aus einer armen, einfachen Familie und bin Priester für die Armen geworden.

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Montag, 28. September 2026

Ein Samstag voller Liebe und Hoffnung

Ein Samstag voller Liebe und Hoffnung
Ein Samstag voller Liebe und Hoffnung

🌄 Was für ein bewegender Samstag 

in unseren Andengemeinden! Heute durfte ich zahlreiche Paare auf ihrem Weg begleiten und ihnen den Ehesegen spenden. 💕

Jedes einzelne Ja‑Wort war wie ein Lichtstrahl, der in die Herzen der Familien und in die Gemeinschaft hineinleuchtet. Es sind diese Momente, in denen man spürt, wie stark Liebe sein kann – stärker als Sorgen, stärker als die Herausforderungen des Alltags, stärker als die Wege, die manchmal steinig und lang sind.

In Macha werden die Hochzeitsgeschenke an langen Stangen befestigt
In Macha werden die Hochzeitsgeschenke an langen Stangen befestigt

Wenn zwei Menschen sich entscheiden, gemeinsam durchs Leben zu gehen, entsteht etwas Kostbares: Hoffnung. Hoffnung auf eine Zukunft, die getragen ist von Vertrauen, gegenseitiger Unterstützung und dem festen Willen, einander beizustehen – in guten wie in schweren Zeiten.

Es gibt natürlich einen Umzug durch das Städtle
Es gibt natürlich einen Umzug durch das Städtle

Geschenke gab es reichlich
Geschenke gab es reichlich

Noch ein Foto für das Familienalbum
Noch ein Foto für das Familienalbum

Ich wünsche allen Ehepaaren von Herzen Gottes reichen Segen 

auf ihrem weiteren Lebensweg. Möge ihre Liebe wachsen, ihre Freude sich vermehren und ihr Zuhause ein Ort des Friedens und der Geborgenheit sein. ✨🙏

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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Herzensmomente in Ch’alla Q’asa und Yancoyo

Erst geht es einmal langsam voran
Erst geht es einmal langsam voran

Ein Tag der Begegnung, des Teilens und der Freude in den Bergen Boliviens

Aber bald haben wir unser Ziel erreicht
Aber bald haben wir unser Ziel erreicht

Ein besonderer Besuch in den Gemeinden

Unser Weg führte uns an diesem besonderen Tag in die Gemeinden Ch’alla Q’asa und Yancoyo, die inmitten der eindrucksvollen Berglandschaft Boliviens liegen. Schon die Fahrt dorthin ließ uns spüren, wie abgeschieden viele Familien in dieser Region lebten. Die Wege waren weit, die Entfernungen groß – und doch entstand mit jedem zurückgelegten Kilometer eine wachsende Vorfreude auf die Begegnungen, die vor uns lagen.

Wie sagt Euer NAVI immer? Ankunft am Ziel
Wie sagt Euer NAVI immer? Ankunft am Ziel

Als wir die Gemeinden erreichten, wurden wir herzlich empfangen. 

Besonders bewegend war es, die vielen Kinder zu sehen, die aus entlegenen Winkeln der Umgebung gekommen waren. Manche von ihnen hatten einen langen Fußweg auf sich genommen, um an diesem gemeinsamen Tag dabei zu sein. Ihre Erwartung, ihre Offenheit und ihre Freude verliehen der Begegnung von Anfang an eine ganz besondere Wärme.

Ein Gottesdienst in den Bergen mit der Natur als Kathedrale
Ein Gottesdienst in den Bergen mit der Natur als Kathedrale

Freude schenken – Schokolade und kleine Leckereien

Ein Höhepunkt unseres Besuchs war das Überreichen von Schokolade und kleinen Leckereien an die Kinder. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Aufmerksamkeit erschien, wurde zu einem starken Zeichen der Wertschätzung und Verbundenheit. Es ging nicht allein um das Geschenk, sondern um den Augenblick des Teilens: um ein freundliches Wort, eine offene Hand und das Gefühl, gesehen und willkommen zu sein.

Den Kindern hatten wir Süßigkeiten mitgebracht als kleine Belohnung für die langen Kirchwege
Den Kindern hatten wir Süßigkeiten mitgebracht als kleine Belohnung für die langen Kirchwege

Die Gesichter der Kinder hellten sich auf, als sie ihre kleinen Überraschungen entgegennahmen. Ihr Lachen erfüllte den Platz, und aus vielen kurzen Begegnungen entstanden Momente echter Nähe. Diese Freude war ansteckend. Sie erinnerte uns daran, dass eine kleine Geste viel bewirken konnte, wenn sie von Herzen kam. Die leuchtenden Augen, die Dankbarkeit und das unbeschwerte Miteinander blieben uns noch lange in Erinnerung.

Bolivien hat eine junge Bevölkerung
Bolivien hat eine junge Bevölkerung

Gemeinschaft, die verband

Im Laufe des Tages wurde deutlich, wie sehr solche Begegnungen eine Gemeinschaft stärkten. Trotz der Herausforderungen und Entbehrungen, die den Alltag vieler Familien prägten, standen Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Zusammenhalt im Mittelpunkt. Die Menschen nahmen sich Zeit füreinander, kamen miteinander ins Gespräch und teilten ihre Freude. So entstand ein Raum, in dem Nähe nicht von großen Mitteln, sondern von Aufmerksamkeit und gegenseitigem Respekt getragen wurde.

Alle waren fröhlich und gut aufgelegt
Alle waren fröhlich und gut aufgelegt

Gerade in dieser abgelegenen Bergregion 

zeigte sich, wie bedeutsam zwischenmenschliche Wärme war. Ein Lächeln, ein Gespräch oder ein gemeinsam verbrachter Augenblick konnte Hoffnung schenken und Verbindungen vertiefen. Auch für uns war dieser Tag ein Geschenk: Wir durften zuhören, Anteil nehmen und erfahren, wie viel Kraft in einer Gemeinschaft lag, die füreinander da war.

Die Leute bekamen noch ihren Segen mit nach Hause
Die Leute bekamen noch ihren Segen mit nach Hause

Padre Hernán Tarqui – im Dienst für die Ärmsten

Padre Hernán Tarqui begleitete den Besuch mit großem Einsatz, Einfühlungsvermögen und einem offenen Herzen für die Menschen. Sein Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens war von Nächstenliebe, Respekt und dem Wunsch geprägt, Hoffnung dorthin zu tragen, wo der Alltag oft von Entbehrungen bestimmt war. Dabei standen nicht große Worte im Vordergrund, sondern die persönliche Begegnung und das verlässliche Dasein für die Familien.

Die Kinder zusätzlich ihre Wegzehrung
Die Kinder zusätzlich ihre Wegzehrung

Jeder Besuch war Teil eines langfristigen Engagements. Vertrauen wuchs dort, wo Menschen immer wieder aufeinander zugingen, einander zuhörten und Verantwortung miteinander teilten. An diesem Tag wurde erneut sichtbar, dass gelebte Solidarität das Leben zwar nicht mit einem Mal veränderte, aber Lichtblicke schuf, Mut machte und den Menschen vermittelte, dass sie nicht vergessen waren.

Dankbarkeit und ein Blick nach vorn

Am Ende dieses erfüllten Tages überwog tiefe Dankbarkeit. Wir dankten allen, die diese Begegnung ermöglicht und unsere Arbeit unterstützt hatten. Jede helfende Hand, jede Spende und jedes Zeichen der Verbundenheit trug dazu bei, dass solche Besuche stattfinden konnten. Vor allem aber waren wir den Menschen in Ch’alla Q’asa und Yancoyo dankbar, die uns aufgenommen und ihre Zeit, ihre Geschichten und ihre Freude mit uns geteilt hatten.

Die Erinnerungen an diesen Tag begleiteten uns weiter: 

die langen Wege der Kinder, die herzlichen Begegnungen, das gemeinsame Lachen und die vielen kleinen Gesten, die so viel mehr ausdrückten als Worte. Sie bestärkten uns darin, auch künftig für die Menschen in den Bergen Boliviens da zu sein. Denn dort, wo geteilt, zugehört und gemeinsam gelacht wurde, entstanden Herzensmomente, die verbanden und lange nachwirkten.

Euer Padre Hernán Tarqui

Im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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Sonntag, 27. September 2026

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

Gleichnis von den zwei Söhnen

Gleichnis von den zwei Söhnen

Heute hören wir im Evangelium nach Matthäus das kurze, aber eindringliche Gleichnis vom Vater und seinen zwei Söhnen (Mt 21,28–32). Jesus stellt eine einfache Frage nach Gehorsam und Umkehr und wendet sie gegen die religiösen Führer seiner Zeit. Die Pointe trifft: Nicht das Lippenbekenntnis, sondern die Umkehr und das Handeln zählen.

Kontext

Das Gleichnis steht im Rahmen von Jesu Auseinandersetzung mit den Hohepriestern und Ältesten. Diese hatten Anspruch auf religiöse Autorität, doch Jesus zeigt, dass Autorität ohne Umkehr leer bleibt. Johannes der Täufer wird als Vorläufer genannt: Er kam mit klarer Forderung nach Umkehr, und gerade die gesellschaftlich Verachteten — Zöllner und Dirnen — reagierten darauf mit Glauben und Umkehr.

Deutung

Das Bild ist bewusst einfach:

Der erste Sohn sagt „Ich will nicht“, handelt dann aber und erfüllt den Willen des Vaters. Er steht für jene, die zunächst widerständig sind, aber durch Einsicht und Reue zum Tun kommen.

Der zweite Sohn sagt „Ja“, bleibt aber untätig. Er symbolisiert Lippenfrömmigkeit, leere Versprechungen und das Festhalten an äußerer Form ohne innere Umkehr.

Jesus kehrt die Erwartungen um: Wer äußerlich zustimmt, ist nicht automatisch gehorsam; wer zunächst ablehnt, kann durch Reue und Tat zum wahren Nachfolger werden. Die Moral liegt in der Priorität von Umkehr und gelebter Gerechtigkeit über bloßen Anspruch.

Praktische Impulse

Kleine Schritte der Umkehr: Wähle heute eine konkrete Tat, die Glauben sichtbar macht — ein versöhnendes Gespräch, eine helfende Geste, ein Verzicht, der anderen zugutekommt.

Hörende Haltung: Statt sofort zu verurteilen, nachfragen und zuhören; oft öffnet das Verständnis Wege zur Umkehr.

Gemeinde als Übungsraum: Fördere in deiner Gemeinschaft ehrliche Bekenntnisse und konkrete Unterstützung für Menschen, die neu anfangen wollen.

Gebet

Herr, schenke uns die Einsicht, dass wahre Nachfolge mehr ist als Worte. Hilf uns, Reue in Tat umzusetzen und anderen mit Barmherzigkeit zu begegnen. Stärke uns, wo wir nur zustimmen, aber nicht handeln, und führe uns auf den Weg der echten Umkehr. Amen.

Kurzgedanke zum Mitnehmen: Nicht das Versprechen, sondern die Umkehr und das konkrete Tun öffnen das Reich Gottes.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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