
Viele unserer Menschen leben weit oben auf den Hochlagen der Anden und leben in kleinen Hirtenunterkünften.
Es war Montagmorgen auf dem Altiplano,
der nasskalten Hochebene Boliviens auf über 4.000 Metern Höhe. Mateo zog seine dicke Alpakajacke enger um die Schultern. Der eisige Wind biss ihm ins Gesicht, als er die Tür seiner kleinen Lehmhütte öffnete. Vor ihm erstreckte sich die endlose Weite, überragt von den schneebedeckten Gipfeln der Kordilleren, die im ersten Morgenlicht schwach rosa leuchteten.

Hier oben wo die Sonne nicht mehr wärmt leben die Menschen von Weidewirtschaft
Der Wochenanfang
war für Mateo oft die schwerste Zeit. Er dachte an die harte Arbeit, die vor ihm lag – das karge Land bestellen, die Schafe hüten, die Sorgen um die Familie. Manchmal fühlte er sich so isoliert und unbedeutend wie ein einzelner Kieselstein in dieser riesigen, rauen Bergwelt.

Die Wege, um diese Menschen zu erreichen sind nicht einfach und heute liegt Schnee auf dem fast 5000 Meter hohen Pass
Bevor er die Schafe auf die Weide trieb,
holte Mateo seine alte, abgegriffene Bibel hervor. Er las ein paar Verse, die er am Sonntag in der kleinen Dorfkapelle gehört hatte. Seine Augen blieben an einem Psalm hängen:
Mateo blickte auf die mächtigen Fünftausender und Viertausender
um ihn herum. Jahrelang hatte seine Vorfahren diese Berge wie Götter gefürchtet und verehrt. Doch jetzt verstand er: Die Berge waren nicht seine Retter. Sie waren nur Monumente der Schöpfung. Der wahre Schöpfer, der diese riesigen Felsen geformt hatte, kannte seinen Namen. Er, der Gott des Himmels, war an seiner Seite – mitten in der Kälte des Altiplano.
Mit einem Mal veränderte sich die Perspektive
Als die Sonne endgültig über die Gipfel stieg, vertrieb ihr goldenes Licht den eisigen Morgennebel. Mateo spürte die Wärme auf seiner Haut und tief in seinem Herzen. Er war nicht allein. Jede Hürde dieser neuen Woche, so steil wie die Pfade der Anden, würde er nicht aus eigener Kraft gehen müssen.
Mit einem tiefen Frieden im Herzen schloss er die Bibel,
nahm seinen Hirtenstab und trieb die Herde voran. Er begann die Woche nicht mit Angst vor der Last, sondern mit dem Blick nach oben.

Ihr kennt Mateo aus meiner Weihnachtsgeschichte aus dem letzten Jahr
Ich hoffe, diese Geschichte gibt Ihnen Inspiration für die kommenden Tage. Wenn Sie mehr Geschichten aus den Bergen Boliviens möchten, lassen Sie es mich wissen:
Denken sie heute besonders an mich. Ich muss auf den Weg zu meiner Missionsarbeit einen fast 5000 Meter hohen Bergpass befahren. Der Winter ist zurück und die Berge sind im weißen Kleid.
Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens
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