
Grüße an Euch alle da draußen in der weiten Welt
Indigene andine Kulturen
insbesondere in der indigenen andinen Kultur der Aymara und Quechua – ist ein tiefgreifendes Beispiel für den sogenannten Synkretismus, also die Verschmelzung von christlich-katholischen Dogmen mit jahrhundertealten indigenen Traditionen.
Während die Taufe im rein kirchlichen Sinne die Aufnahme in die christliche Gemeinde bedeutet, besitzt sie in der andinen Bergwelt eine vielschichtige, oft zweigeteilte Bedeutung:

Manchmal ist der Weg zu den Menschen hier etwas anstrengend
Das doppelte Ritual (Kirche und Natur)
Ein Taufgottesdienst beginnt in den Anden meist ganz klassisch in der katholischen Kirche. Direkt nach dem Verlassen des Gotteshauses wird das Sakrament jedoch durch ein indigenes Ritual im Freien ergänzt. Die Berge (genannt Achachilas) gelten in der andinen Kosmologie als die mächtigen Geister der Vorfahren und Beschützer der Gemeinschaften. Die Taufe wird dadurch erst vollständig, dass das Kind auch den Berggeistern und der Natur vorgestellt wird.

Die Gottesdienste sind schon immer sehr gut besucht
Die tiefe Symbolik des Wassers
Wasser hat im Hochland der Anden eine existenzielle Bedeutung. Es ist knapp und sichert das Überleben der Gemeinschaften und Nutztiere.
• Im christlichen Ritus steht das Taufwasser für die Reinigung von Sünden und den Beginn eines neuen Lebens.
• Im andinen Glauben ist Wasser das Blut der Pachamama (Mutter Erde). Die Taufe verbindet das Neugeborene rituell mit dem Wasserkreislauf der Berge und bittet die Natur um Fruchtbarkeit, Schutz und ein langes Leben.

Wasser bedeutet in allen Kulturen Leben
Segen durch die Yatiris (Schamanen)
Häufig begleiten lokale spirituelle Führer, die Yatiris, das Fest nach der Kirche. Mit rituellen Opfergaben (wie K’oa-Räucherwerk, Coca-Blättern oder Alkohol-Ch’allas) bitten sie die Schutzgeister der umliegenden Gipfel, das frisch getaufte Kind in die Gemeinschaft aufzunehmen.

Die Kinder sind älter als in der alten Welt wenn sie getauft werden
Zusammenfassend bedeutet die Taufe in Boliviens Bergregionen nicht den Abschied von den alten Göttern, sondern die harmonische Einbindung des Kindes in zwei Welten: in die göttliche Ordnung der christlichen Kirche und in die lebendige, spirituelle Natur der Anden. Zusammenfassend bedeutet die Taufe in Boliviens Bergregionen nicht den Abschied von den alten Göttern, sondern die harmonische Einbindung des Kindes in zwei Welten: in die göttliche Ordnung der christlichen Kirche und in die lebendige, spirituelle Natur der Anden.
Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens
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