Montag, 28. September 2026

Herzensmomente in Ch’alla Q’asa und Yancoyo

Erst geht es einmal langsam voran
Erst geht es einmal langsam voran

Ein Tag der Begegnung, des Teilens und der Freude in den Bergen Boliviens

Aber bald haben wir unser Ziel erreicht
Aber bald haben wir unser Ziel erreicht

Ein besonderer Besuch in den Gemeinden

Unser Weg führte uns an diesem besonderen Tag in die Gemeinden Ch’alla Q’asa und Yancoyo, die inmitten der eindrucksvollen Berglandschaft Boliviens liegen. Schon die Fahrt dorthin ließ uns spüren, wie abgeschieden viele Familien in dieser Region lebten. Die Wege waren weit, die Entfernungen groß – und doch entstand mit jedem zurückgelegten Kilometer eine wachsende Vorfreude auf die Begegnungen, die vor uns lagen.

Wie sagt Euer NAVI immer? Ankunft am Ziel
Wie sagt Euer NAVI immer? Ankunft am Ziel

Als wir die Gemeinden erreichten, wurden wir herzlich empfangen. 

Besonders bewegend war es, die vielen Kinder zu sehen, die aus entlegenen Winkeln der Umgebung gekommen waren. Manche von ihnen hatten einen langen Fußweg auf sich genommen, um an diesem gemeinsamen Tag dabei zu sein. Ihre Erwartung, ihre Offenheit und ihre Freude verliehen der Begegnung von Anfang an eine ganz besondere Wärme.

Ein Gottesdienst in den Bergen mit der Natur als Kathedrale
Ein Gottesdienst in den Bergen mit der Natur als Kathedrale

Freude schenken – Schokolade und kleine Leckereien

Ein Höhepunkt unseres Besuchs war das Überreichen von Schokolade und kleinen Leckereien an die Kinder. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Aufmerksamkeit erschien, wurde zu einem starken Zeichen der Wertschätzung und Verbundenheit. Es ging nicht allein um das Geschenk, sondern um den Augenblick des Teilens: um ein freundliches Wort, eine offene Hand und das Gefühl, gesehen und willkommen zu sein.

Den Kindern hatten wir Süßigkeiten mitgebracht als kleine Belohnung für die langen Kirchwege
Den Kindern hatten wir Süßigkeiten mitgebracht als kleine Belohnung für die langen Kirchwege

Die Gesichter der Kinder hellten sich auf, als sie ihre kleinen Überraschungen entgegennahmen. Ihr Lachen erfüllte den Platz, und aus vielen kurzen Begegnungen entstanden Momente echter Nähe. Diese Freude war ansteckend. Sie erinnerte uns daran, dass eine kleine Geste viel bewirken konnte, wenn sie von Herzen kam. Die leuchtenden Augen, die Dankbarkeit und das unbeschwerte Miteinander blieben uns noch lange in Erinnerung.

Bolivien hat eine junge Bevölkerung
Bolivien hat eine junge Bevölkerung

Gemeinschaft, die verband

Im Laufe des Tages wurde deutlich, wie sehr solche Begegnungen eine Gemeinschaft stärkten. Trotz der Herausforderungen und Entbehrungen, die den Alltag vieler Familien prägten, standen Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Zusammenhalt im Mittelpunkt. Die Menschen nahmen sich Zeit füreinander, kamen miteinander ins Gespräch und teilten ihre Freude. So entstand ein Raum, in dem Nähe nicht von großen Mitteln, sondern von Aufmerksamkeit und gegenseitigem Respekt getragen wurde.

Alle waren fröhlich und gut aufgelegt
Alle waren fröhlich und gut aufgelegt

Gerade in dieser abgelegenen Bergregion 

zeigte sich, wie bedeutsam zwischenmenschliche Wärme war. Ein Lächeln, ein Gespräch oder ein gemeinsam verbrachter Augenblick konnte Hoffnung schenken und Verbindungen vertiefen. Auch für uns war dieser Tag ein Geschenk: Wir durften zuhören, Anteil nehmen und erfahren, wie viel Kraft in einer Gemeinschaft lag, die füreinander da war.

Die Leute bekamen noch ihren Segen mit nach Hause
Die Leute bekamen noch ihren Segen mit nach Hause

Padre Hernán Tarqui – im Dienst für die Ärmsten

Padre Hernán Tarqui begleitete den Besuch mit großem Einsatz, Einfühlungsvermögen und einem offenen Herzen für die Menschen. Sein Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens war von Nächstenliebe, Respekt und dem Wunsch geprägt, Hoffnung dorthin zu tragen, wo der Alltag oft von Entbehrungen bestimmt war. Dabei standen nicht große Worte im Vordergrund, sondern die persönliche Begegnung und das verlässliche Dasein für die Familien.

Die Kinder zusätzlich ihre Wegzehrung
Die Kinder zusätzlich ihre Wegzehrung

Jeder Besuch war Teil eines langfristigen Engagements. Vertrauen wuchs dort, wo Menschen immer wieder aufeinander zugingen, einander zuhörten und Verantwortung miteinander teilten. An diesem Tag wurde erneut sichtbar, dass gelebte Solidarität das Leben zwar nicht mit einem Mal veränderte, aber Lichtblicke schuf, Mut machte und den Menschen vermittelte, dass sie nicht vergessen waren.

Dankbarkeit und ein Blick nach vorn

Am Ende dieses erfüllten Tages überwog tiefe Dankbarkeit. Wir dankten allen, die diese Begegnung ermöglicht und unsere Arbeit unterstützt hatten. Jede helfende Hand, jede Spende und jedes Zeichen der Verbundenheit trug dazu bei, dass solche Besuche stattfinden konnten. Vor allem aber waren wir den Menschen in Ch’alla Q’asa und Yancoyo dankbar, die uns aufgenommen und ihre Zeit, ihre Geschichten und ihre Freude mit uns geteilt hatten.

Die Erinnerungen an diesen Tag begleiteten uns weiter: 

die langen Wege der Kinder, die herzlichen Begegnungen, das gemeinsame Lachen und die vielen kleinen Gesten, die so viel mehr ausdrückten als Worte. Sie bestärkten uns darin, auch künftig für die Menschen in den Bergen Boliviens da zu sein. Denn dort, wo geteilt, zugehört und gemeinsam gelacht wurde, entstanden Herzensmomente, die verbanden und lange nachwirkten.

Euer Padre Hernán Tarqui

Im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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Sonntag, 27. September 2026

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

Gleichnis von den zwei Söhnen

Gleichnis von den zwei Söhnen

Heute hören wir im Evangelium nach Matthäus das kurze, aber eindringliche Gleichnis vom Vater und seinen zwei Söhnen (Mt 21,28–32). Jesus stellt eine einfache Frage nach Gehorsam und Umkehr und wendet sie gegen die religiösen Führer seiner Zeit. Die Pointe trifft: Nicht das Lippenbekenntnis, sondern die Umkehr und das Handeln zählen.

Kontext

Das Gleichnis steht im Rahmen von Jesu Auseinandersetzung mit den Hohepriestern und Ältesten. Diese hatten Anspruch auf religiöse Autorität, doch Jesus zeigt, dass Autorität ohne Umkehr leer bleibt. Johannes der Täufer wird als Vorläufer genannt: Er kam mit klarer Forderung nach Umkehr, und gerade die gesellschaftlich Verachteten — Zöllner und Dirnen — reagierten darauf mit Glauben und Umkehr.

Deutung

Das Bild ist bewusst einfach:

Der erste Sohn sagt „Ich will nicht“, handelt dann aber und erfüllt den Willen des Vaters. Er steht für jene, die zunächst widerständig sind, aber durch Einsicht und Reue zum Tun kommen.

Der zweite Sohn sagt „Ja“, bleibt aber untätig. Er symbolisiert Lippenfrömmigkeit, leere Versprechungen und das Festhalten an äußerer Form ohne innere Umkehr.

Jesus kehrt die Erwartungen um: Wer äußerlich zustimmt, ist nicht automatisch gehorsam; wer zunächst ablehnt, kann durch Reue und Tat zum wahren Nachfolger werden. Die Moral liegt in der Priorität von Umkehr und gelebter Gerechtigkeit über bloßen Anspruch.

Praktische Impulse

Kleine Schritte der Umkehr: Wähle heute eine konkrete Tat, die Glauben sichtbar macht — ein versöhnendes Gespräch, eine helfende Geste, ein Verzicht, der anderen zugutekommt.

Hörende Haltung: Statt sofort zu verurteilen, nachfragen und zuhören; oft öffnet das Verständnis Wege zur Umkehr.

Gemeinde als Übungsraum: Fördere in deiner Gemeinschaft ehrliche Bekenntnisse und konkrete Unterstützung für Menschen, die neu anfangen wollen.

Gebet

Herr, schenke uns die Einsicht, dass wahre Nachfolge mehr ist als Worte. Hilf uns, Reue in Tat umzusetzen und anderen mit Barmherzigkeit zu begegnen. Stärke uns, wo wir nur zustimmen, aber nicht handeln, und führe uns auf den Weg der echten Umkehr. Amen.

Kurzgedanke zum Mitnehmen: Nicht das Versprechen, sondern die Umkehr und das konkrete Tun öffnen das Reich Gottes.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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Samstag, 26. September 2026

Gesegnetes Wochenende in den Anden – Zeit zum Innehalten

Ich wünsche ein gesegnetes Wochenende
Ich wünsche ein gesegnetes Wochenende

Wenn in den Bergen Boliviens die Woche zu Ende geht, 

spürt man etwas Besonderes: eine Stille, die nicht leer ist, sondern voller Leben. Nach vielen Wegen, Aufgaben und Begegnungen lädt das Wochenende dazu ein, innezuhalten und die Seele atmen zu lassen.

Hier oben im Altiplano, 

wo die Tage oft von harter Arbeit und Verantwortung geprägt sind, wird die Ruhe zu einem Geschenk. Ein Geschenk Gottes, der unsere Schritte lenkt, unsere Sorgen leichter macht und unsere Häuser mit Liebe und Freude erfüllt.

Ein Moment der Ruhe – ein Moment des Glaubens

Das Wochenende ist mehr als eine Pause. Es ist eine Einladung, die Nähe Gottes neu zu entdecken. Vielleicht im Gespräch mit der Familie, vielleicht im stillen Blick über die Berge, vielleicht im einfachen Alltag. Wo auch immer du bist: Gottes Segen findet dich.
„El descanso también es trabajo del alma.“ Auch die Ruhe ist Arbeit der Seele.

Segen für dich und deine Liebsten

Möge Gott dir an diesem Wochenende Kraft schenken, Frieden ins Herz legen und Hoffnung in deinen Alltag bringen. Möge er dein Heim erfüllen mit Licht, Freude und Zuversicht.

Gemeinsam für die Ärmsten in den Anden

In den Gemeinden der bolivianischen Berge ist das Wochenende oft auch ein Moment der Gemeinschaft: Familien kommen zusammen, Kinder spielen, und die Menschen teilen das Wenige, das sie haben.

Als Kirche stehen wir an ihrer Seite – mit Nähe, mit Hoffnung und mit dem Vertrauen, dass Gott jeden Schritt begleitet.

Schlusswort

Ein gesegnetes Wochenende im Kreis deiner Liebsten.

Möge es ein Ort der Ruhe, der Freude und des Glaubens sein.

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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Padre Hernán Tarqui Villarpando

Gottesdienst in einem einsam gelegenen Andendorf
Gottesdienst in einem einsam gelegenen Andendorf

Padre Hernán Tarqui Villarpando leistet als Pfarrer der Pfarrei San Pedro de Macha und Bombori einen umfassenden humanitären und seelsorgerischen Dienst unter extremen Bedingungen im bolivianischen Andenhochland. Er ist der Nachfolger des verstorbenen deutschen Missionars Padre Dietmar Krämer. Seine Arbeit in der Diözese Potosí erstreckt sich über rund 70 weit verstreute indigene Gemeinden, die isoliert auf Höhen zwischen 3.500 und über 4.500 Metern liegen. Da Padre Tarqui selbst aus der Region stammt und Quechua seine Muttersprache ist, besitzt er einen tiefen Zugang zur indigenen Bevölkerung.

Die Schulgottesdienste sind hier gut besucht
Die Schulgottesdienste sind hier gut besucht

Seine Arbeit lässt sich in drei wesentliche Säulen unterteilen:

1. Soziale Unterstützung und Bildung

In den entlegenen Bergdörfern (Weilern) herrscht oft bittere Armut und es fehlt an grundlegender Infrastruktur. Padre Tarqui engagiert sich stark im Bildungsbereich:

Schulmaterial-Aktionen: Er organisiert und finanziert jährlich die Verteilung von essenziellem Schulmaterial an alle Schulkinder der riesigen Pfarrei.

Infrastrukturprojekte: Er begleitet und koordiniert lokale Hilfsprojekte vor Ort, um die Lebensbedingungen in den indigenen Gemeinschaften nachhaltig zu verbessern

Padre Hernán Tarqui bringt bei vielen seiner Besuche gebrauchte Kleidung mit. Die sammelt er in den Städten und kauft auch noch eine Menge dazu. Viele Kinder besitzen nur, was sie am Leib tragen.
Padre Hernán Tarqui bringt bei vielen seiner Besuche gebrauchte Kleidung mit. Die sammelt er in den Städten und kauft auch noch eine Menge dazu. Viele Kinder besitzen nur, was sie am Leib tragen.

2. Gesundheitsfürsorge und Nächstenliebe

Da staatliche Strukturen in diesen extremen Höhenlagen des Altiplano kaum vorhanden sind, dient die Pfarrei unter seiner Leitung als zentraler Anlaufpunkt für praktische Lebenshilfe:

Er leistet Akuthilfe bei der medizinischen Grundversorgung und unterstützt Familien in Krisensituationen.

Die Kinder bedanken sich mit einem traditionellen Tanz
Die Kinder bedanken sich mit einem traditionellen Tanz

Durch internationale Netzwerke und Spendenaufrufe (unter anderem dokumentiert über seine eigenen Informationskanäle) versucht er, kontinuierliche Unterstützung für die Ärmsten zu sichern.

Hier erleben Sie das Tinku-Ritual in Macha eine Tradition aus der Aymara Zeit. Es existiert schon lange vor Inka und Kolonialzeit.
Hier erleben Sie das Tinku-Ritual in Macha eine Tradition aus der Aymara Zeit. Es existiert schon lange vor Inka und Kolonialzeit.

3. Pastorale Arbeit und Kulturerhalt

Neben traditionellen Aufgaben wie Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten, Erstkommunionen und Beerdigungen liegt ein Schwerpunkt auf der Bewahrung der Identität der Region: 

Kulturelles Verständnis: Padre Tarqui setzt sich intensiv für den Erhalt und den Respekt lokaler Bräuche ein, wie etwa der indigenen Kultur der Quechua und traditioneller Feste wie dem Tinku-Ritual.

Gemeinschaftspflege: Die Kirche fungiert unter ihm als Schutzraum und "Zukunftswerkstatt", in der Seelsorger und Laien gemeinsam das soziale Zusammenleben organisieren.

Das Tinku Ritual findet in der ersten Maiwoche statt. Die optimale Zeit unsere Kultur kennen zu lernen.
Das Tinku Ritual findet in der ersten Maiwoche statt. Die optimale Zeit unsere Kultur kennen zu lernen.

Möchten Sie mehr über bestimmte Hilfsprojekte von Padre Hernán Tarqui erfahren?

Oder interessieren Sie sich für Möglichkeiten, seine Arbeit in Bolivien durch Spenden zu unterstützen?

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens

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