Weiter zur kleinen Zwergschule von Leq’oni Bolivien
Nach unserem herzlichen Empfang in der ersten Schule führte uns der Weg weiter zur kleinen Zwergschule von Leq’oni, einem Ort, der auf der Landkarte vielleicht unscheinbar wirkt, aber im Herzen der Menschen eine große Bedeutung trägt. Schon beim Näherkommen spürten wir diese besondere Mischung aus Neugier, Erwartung und ehrlicher Freude, die nur Kinder ausstrahlen können, wenn Besuch ins Dorf kommt.
Ein Ort, der Geschichten erzählt
Die Zwergschule Leq’oni besteht aus wenigen Räumen, einfachen Mauern und einem Hof, der zugleich Pausenplatz, Spielwiese und Treffpunkt ist. Doch wer glaubt, dass Größe über Bedeutung entscheidet, irrt gewaltig. In Leq’oni wird mit dem gearbeitet, was vorhanden ist – und das mit einer Hingabe, die man nicht überall findet.
Als wir ankamen,
standen die Kinder bereits in einer kleinen Reihe, bunt gekleidet, mit Mützen und Jacken gegen die Höhenkälte. Ihre Augen funkelten, und dieses Funkeln war die schönste Begrüßung, die man sich wünschen kann.
Freude, die ansteckt
Kaum hatten wir die ersten Schulmaterialien verteilt, brach die Zurückhaltung auf. Die Kinder lachten, zeigten sich gegenseitig ihre neuen Stifte und Hefte, und die Lehrerinnen und Lehrer strahlten mindestens genauso. Es war, als würde ein Funke durch die Gruppe gehen – ein Funke der Wertschätzung, der Motivation und der Hoffnung.
Was diesen Besuch so besonders machte,
war nicht nur die Übergabe der Materialien, sondern die Atmosphäre, die uns umgab: warm, herzlich, familiär. Die Menschen in Leq’oni empfingen uns nicht als Fremde, sondern als Freunde, die man lange nicht gesehen hat.
Warum solche Besuche wichtig sind
In abgelegenen Andendörfern wie Leq’oni ist Bildung ein Schatz, der oft unter schwierigen Bedingungen gehoben wird. Fehlende Materialien, lange Schulwege, kalte Klassenzimmer – all das gehört zum Alltag. Und dennoch geben die Kinder nicht auf. Sie lernen, sie träumen, sie wachsen.
Unser Besuch sollte ihnen zeigen:
Ihr seid nicht vergessen. Eure Mühe zählt. Eure Zukunft ist wichtig.
Ein Moment, der bleibt
Als wir uns verabschiedeten, winkten die Kinder uns nach, manche hielten ihre neuen Hefte fest an die Brust, als wären es kleine Schätze. Und vielleicht sind sie das auch – denn jedes Heft, jeder Stift ist ein Werkzeug, das Türen öffnen kann.
Der Tag in Leq’oni war ein Geschenk. Ein Geschenk an uns, weil wir erleben durften, wie viel Freude kleine Gesten auslösen können. Und ein Geschenk an die Kinder, weil sie spüren konnten, dass jemand an sie glaubt.
Herzliche Grüße aus den Bergen Boliviens – wo kleine Schulen große Herzen haben. ❤️
Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens
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