Dienstag, 21. Juli 2026

Jakobustag in Europa oder Südamerika

Der 25. Juli ist der Jakobustag und ein wichtiges Fest zu Ehren des Apostels Jakobus des Älteren, der als Schutzpatron der Pilger und Spaniens gilt. In Spanien ist dies ein großer Feiertag. In der Landwirtschaft galt der Tag als alter Wetter- und Erntelostag.

Der 25. Juli ist der Jakobustag

und ein wichtiges Fest zu Ehren des Apostels Jakobus des Älteren, der als Schutzpatron der Pilger und Spaniens gilt. In Spanien ist dies ein großer Feiertag. In der Landwirtschaft galt der Tag als alter Wetter- und Erntelostag.

Wer war Jakobus? 

Er war einer der zwölf engsten Jünger (Apostel) von Jesus Christus. Er starb als Märtyrer in Jerusalem. Seine sterblichen Überreste sollen in der berühmten spanischen Stadt Santiago de Compostela liegen.

Das Zentrum der Feiern: 

In der Kathedrale von Santiago de Compostela gibt es an diesem Tag große Gottesdienste. Dabei wird oft der Botafumeiro geschwungen – ein riesiges Weihrauchfass, das an Seilen durch die Kirche fliegt.

Ein altes Bauernfest: 

In der Landwirtschaft war der Jakobustag ein sogenannter Lostag. Früher sagte man: So wie das Wetter an diesem Tag ist, so wird auch der kommende Winter. Es ist auch der traditionelle Beginn der Erntezeit.

Für den kleinen Ort Bombori (auch Pumpuri genannt) im bolivianischen Hochland (Departamento Potosí) hat der 25. Juli eine riesige religiöse und kulturelle Bedeutung, denn dort befindet sich das wichtigste Heiligtum des Landes für diesen Heiligen.

Bombori (auch Pumpuri genannt)

Für den kleinen Ort Bombori (auch Pumpuri genannt) im bolivianischen Hochland (Departamento Potosí) hat der 25. Juli eine riesige religiöse und kulturelle Bedeutung, denn dort befindet sich das wichtigste Heiligtum des Landes für diesen Heiligen.

Zentrum des Heiler-Kults: 

Der "Tata Santiago" gilt in Bolivien als der mächtigste Heilige für Wunder und Heilungen. Traditionelle andine Heiler (Curanderos oder Yatiris) aus dem ganzen Land reisen nach Bombori, weil sie ihn als ihren spirituellen Führer betrachten.

Verschmelzung mit indigenen Göttern: 

Für die einheimische Bevölkerung ist der Apostel Jakobus nicht nur eine christliche Figur. Er wurde im Glauben der Andenvölker mit Illapa, dem indigenen Gott des Blitzes, des Donners und des Regens, gleichgesetzt.

Massive Pilgerströme: Tausende Gläubige reisen mitten in die abgelegene Andenregion. Sie bitten in der kleinen Kirche aus Lehmziegeln (Adobe) um Gesundheit, Schutz oder Wohlstand.

Massive Pilgerströme: 

Tausende Gläubige reisen mitten in die abgelegene Andenregion. Sie bitten in der kleinen Kirche aus Lehmziegeln (Adobe) um Gesundheit, Schutz oder Wohlstand.

Ein "strenger" Heiliger: 

In der lokalen Folklore gilt der Tata Santiago de Bombori als sehr mächtig, aber auch als respektgebietend und streng. Die Menschen bringen ihm große Ehrfurcht entgegen, da man glaubt, er könne Versprechen, die nicht eingehalten werden, bestrafen.

Farbenfrohe Feste: Die Feierlichkeiten beginnen bereits am Vorabend (24. Juli) mit Nachtwachen (Veladas). Am 25. Juli folgen feierliche Messen, Prozessionen und traditionelle Tänze wie der Waka Waka.

Farbenfrohe Feste: 

Die Feierlichkeiten beginnen bereits am Vorabend (24. Juli) mit Nachtwachen (Veladas). Am 25. Juli folgen feierliche Messen, Prozessionen und traditionelle Tänze wie der Waka Waka.

  1. Das Opfer des weißen Lammes
    Die Pilger bringen ein dreijähriges, rein weißes Lamm mit. Aus christlicher Sicht symbolisiert es das „Lamm Gottes“ (Agnus Dei), das die Sünden der Welt wegnimmt. In der andinen Tradition führt ein indigener Heiler (Yatiri) ein rituelles Opfer durch: Das Blut des Lammes wird auf Tellern aufgefangen und die Knochen werden verbrannt, um die Erde (Pachamama) und die Berggötter (Achachilas) gnädig zu stimmen.

  2. Die „Ch’alla“ und die „Mesitas“
    Vor der Kirche mischen sich die Gerüche von Weihrauch und verbranntem Lamafett (Untu).

  3. Der Kult der „Vom Blitz Getroffenen“
    In der andinen Kosmologie gilt ein Mensch, der einen Blitzeinschlag überlebt, als „Kind des Rayo (Blitzes)“. Es wird geglaubt, dass Illapa dieser Person magische Kräfte und das Talent zur Heilung verliehen hat. Da Tata Santiago mit dem Blitzgott gleichgesetzt wird, reisen diese traditionellen Heiler nach Bombori, um direkt am Altar des Heiligen ihre spirituellen Kräfte „aufzuladen“ und seine Erlaubnis für ihre Arbeit zu erneuern.

  4. Akulliku (Das Kauen von Coca-Blättern)
    Während der katholischen Prozession und direkt vor den Kirchenmauern kauen die Pilger und Yatiris ununterbrochen Coca-Blätter. Das Akulliku dient im indigenen Glauben dazu, den Geist zu reinigen und mit der spirituellen Welt in Kontakt zu treten. Für die Gläubigen in Bombori schließt das Christentum diese Pflanze nicht aus – im Gegenteil, sie kauen die Blätter, während sie das katholische Kreuzzeichen machen.

  5. Der Name „Bombori“ selbst
    Sogar der Name des Ortes ist synkretistisch. Historiker gehen davon aus, dass „Bombori“ (oder Pumpuri) eine Nachahmung des Klangs „Pum-Pum“ ist – das dumpfe Grollen des Donners in den Bergen. Die Kirche steht also an einem Ort, dessen Name schon vor der Ankunft der Spanier dem Gott des Donners gewidmet war.

Eroberer und katholischen Missionare im 16. Jahrhundert

Als die spanischen Eroberer und katholischen Missionare im 16. Jahrhundert in die Andenregion kamen, wollten sie die indigenen Religionen komplett auslöschen. Doch die indigene Bevölkerung fand einen genialen Weg, ihre Götter im Geheimen weiterzuleben.Der Gott Illapa (Gott des Blitzes, Donners und Regens) war für die Landwirtschaft im trockenen Hochland überlebenswichtig. Um ihn vor der Zerstörung durch die Spanier zu schützen, „versteckten“ die Einheimischen ihn im Heiligen Jakobus (Santiago).Diese Tarnung funktionierte über visuelle und akustische Parallelen perfekt:

1. Das Donnern der Hufe und der KanonenDie Spanier ritten auf Pferden und feuerten mit Arkebusen (frühen Gewehren) und Kanonen. Für die indigenen Völker, die weder Pferde noch Schusswaffen kannten, klangen die Schüsse und das Donnern der Hufe wie das Grollen des Donners von Illapa. Da der Apostel Jakobus auf Gemälden fast immer als reitender Krieger dargestellt wird, der mit dem Schwert nach unten schlägt, sahen die Indigenen in seinem erhobenen Schwert den Zucken des Blitzes.

2. Der Beiname „Sohn des Donners“Die Spanier brachten den Einheimischen die Bibelgeschichten bei. Im Markusevangelium bezeichnet Jesus die Apostel Jakobus und Johannes als Boanerges, was übersetzt „Söhne des Donners“ bedeutet. Als die indigene Bevölkerung das hörte, war für sie klar: Die Spanier sprechen in Wahrheit von Illapa.

3. Santiago Matamoros wird zu Santiago „Mataindios“In Spanien wurde Jakobus als Santiago Matamoros („Santiago der Maurentöter“) verehrt, der den Spaniern im Kampf gegen die Muslime half. Die Konquistadoren nutzten diesen Kampfruf auch in Amerika und riefen „Santiago!“, wenn sie indigene Dörfer angriffen.

Die Logik der Indigenen: 

Wenn dieser Heilige so viel Zerstörung und Tod bringt, muss er die Macht über den tödlichen Blitz (Illapa) besitzen. Sie fingen an, die Statuen von Santiago anzubeten – nicht aus Liebe zum spanischen Gott, sondern um die mächtige, gefährliche Energie von Illapa zu besänftigen, damit sie nicht von ihm getroffen werden.

Wenn dieser Heilige so viel Zerstörung und Tod bringt, muss er die Macht über den tödlichen Blitz (Illapa) besitzen. Sie fingen an, die Statuen von Santiago anzubeten – nicht aus Liebe zum spanischen Gott, sondern um die mächtige, gefährliche Energie von Illapa zu besänftigen, damit sie nicht von ihm getroffen werden.

Das Ergebnis bis heute

Die Missionare dachten, sie hätten die indigenen Völker erfolgreich christianisiert, weil die Kirchen voll von Jakobus-Statuen waren. In Wirklichkeit aber beteten die Menschen dahinter ihren alten Wettergott an.

In Bombori ist diese Verbindung bis heute spürbar:

Wenn der „Tata Santiago“ dort im Juli majestätisch gekleidet wird, feiert man ihn, weil er das Wetter kontrolliert, die Ernte bringt und – genau wie der alte Gott Illapa – mit unberechenbarer, göttlicher Stärke straft oder heilt.

Zusammengestellt mit der Google Gemini Ki

Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens


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