Das große Sprachengewirr von Kummersbruck. Eine beinahe himmlische Pfingstgeschichte von zwei Welten
Es war Pfingstsamstag im beschaulichen oberpfälzischen Kummersbruck, und der Zustand der Welt spiegelte sich im Kleinen perfekt auf dem Marktplatz wider. Der lokale Gemeinderat hatte sich hoffnungslos zerstritten. Es ging um das diesjährige Pfingstfest. Auf der einen Seite stand Altknecht Sepp, der stur darauf beharrte, dass der „Pfingstochse“ traditionsgemäß mit echtem Ginster und bunten Bändern geschmückt werden musste, während die jungen Burschen der Landjugend, angeführt vom „Grünen Matthias“, sich lieber selbst als wandelnde Büsche verkleiden wollten, um die symbolische „Sommer-Begrüßung“ in die Moderne zu retten. Zu allem Überfluss hatte der Bürgermeister das lange Wochenende bereits gedanklich für seinen Kurzurlaub verplant und wollte die Sitzung einfach nur schnell beenden.
„Wenn uns jetzt kein Geist erleuchtet, sehe ich schwarz für den Pfingstmontag“, grummelte der Dorfpfarrer, der frustriert in seinem abgekühlten Kaffee rührte. „Ein bisschen göttliche Eingebung könnte diese Welt – und dieses Dorf – wahrlich gebrauchen.“
Was der Pfarrer nicht wusste: Genau zehntausend Kilometer weiter südlich, in den windgepeitschten Höhen der bolivianischen Anden, herrschte ein ganz ähnliches, wenn auch ungleich farbenfroheres Chaos. In Copacabana, direkt am Ufer des Titicacasees, liefen die Vorbereitungen für die Pfingstprozession auf Hochtouren. Hier stritt man sich jedoch nicht über Ginster, sondern über das perfekte Gleichgewicht der Welten. Doña Maria polierte die goldene Krone der Jungfrau Maria, während ihr Ehemann Mateo die Panflöten für den traditionellen Tanz zu Ehren der Pachamama, der Mutter Erde, stimmte.
„Der Heilige Geist ist die lebendige Kraft, Maria!“, rief Mateo über den Lärm der Pauken hinweg. „Er bringt den Regen für die Kartoffeln und die Musik in unsere Herzen. Ohne die alten Tänze der Ahnen versteht er uns da oben doch gar nicht!“
Und dann, pünktlich zum Pfingstsonntag, geschah das, worauf die Menschheit insgeheim schon lange gewartet hatte. Vielleicht war es der kollektive Seufzer der überforderten Menschheit, vielleicht auch nur ein himmlischer Software-Fehler im Kommunikationsnetzwerk des Universums: Es gab ein gewaltiges, kosmisches Browsen. Ein Rauschen, das wie ein sanfter, aber bestimmter Sturm durch die Straßen von Kummersbruck und gleichzeitig über das bolivianische Altiplano fegte.
Als Altknecht Sepp am Pfingstmorgen das Scheunentor öffnete, um nach dem Ochsen zu sehen, traute er seinen Augen nicht. Der Ochse stand friedlich da, trug aber statt der bayerischen Blumenkrone eine leuchtend bunte, gewebte Decke aus Alpakawolle und schien im Takt einer unsichtbaren Panflöte zu kauen. Draußen auf dem Dorfplatz hatte sich die Landjugend versammelt – doch anstatt der üblichen derben Wirtshausprüche floß plötzlich ein butterweiches, klangvolles Spanisch, gemischt mit den gutturalen Lauten des Aymara, aus ihren Kehlen. Der „Grüne Matthias“, als Laubmann verkleidet, gestikulierte wild und erklärte dem Pfarrer mit tiefer spiritueller Inbrunst die absolute Notwendigkeit, der Mutter Erde danke zu sagen.
In Bolivien wiederum rieb sich Doña Maria verwundert die Augen. Mitten in der farbenprächtigen Prozession, zwischen den tanzenden Teufeln und den Frauen in ihren schwingenden Pollera-Röcken, standen plötzlich drei sichtlich verwirrte deutsche Urlauber mit Funktionsjacken und Sonnenhüten. Doch anstatt panisch nach ihrem Reiseleiter zu suchen, stimmten sie mit fehlerfreiem, andinem Akzent ein Loblied auf die lebensspendende Kraft des Windes an. Die Prozession hielt inne. Ein tiefer, fast feierlicher Friede breitete sich aus.
Der Heilige Geist hatte Ernst gemacht mit dem Pfingstwunder – allerdings mit einem modernen, globalen Twist. Er hatte die Sprachen und Kulturen nicht nur übersetzt, sondern die Seelen der Menschen kurzerhand kurzgeschlossen. Das große Browsen im himmlischen Äther hatte die Festplatten der menschlichen Sturheit neu formatiert.
In Kummersbruck wurde der Pfingstmontag zum legendärsten Fest der Dorfgeschichte. Der Bürgermeister sagte seinen Kurzurlaub ab, weil er viel zu beschäftigt damit war, mit den bolivianischen Rhythmen zu sympathisieren, die plötzlich durch sein Radio strömten. Der Ochse wurde von allen gemeinsam durch den Ort geführt, behängt mit Ginster und bunten Anden-Bändern. Man feierte einen großen Freiluft-Gottesdienst, bei dem die Dorfbewohner merkten, dass die Feiertage im Kern überall dasselbe bedeuteten: Zusammenkommen, das Leben teilen und die Hoffnung nicht aufgeben.
Das Sprachengewirr legte sich nach ein paar Tagen wieder, und die Kummersbrucker sprachen wieder ihr gewohntes Oberpfälzisch. Doch etwas war geblieben. Wann immer heute im Gemeinderat ein Streit eskaliert, blickt der Pfarrer lächelnd aus dem Fenster, lauscht dem Wind und flüstert: „Zeit für ein kleines kosmisches Update.“
Padre Hernán Tarqui im Dienst für die Ärmsten in den Bergen Boliviens
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